Landeskirche prämiert Social-Media-Andacht von Valerie Wittke

Arpkerin gewinnt ersten Preis beim Jugendandachtspreis der Landeskirche Hannovers

Verleihung des Jugendandachtspreises in der Hildesheimer Michaeliskirche. Foto: Harald Koch
Verleihung des Jugendandachtspreises in der Hildesheimer Michaeliskirche. Foto: Harald Koch

Valerie Wittke aus Lehrte-Arpke ist eine von drei Gewinnerinnen und Gewinnern des Jugendandachtspreises 2021 der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. In der Kategorie „instAndacht“, also Andacht auf Instagram, erhielt die 17-jährige Gymnasiastin Valerie Wittke aus der Gesamtkirchengemeinde Lehrter Land zusammen mit Karlotta Hamburg aus Engelbostel bei Langenhagen den ersten Preis.

Zum dritten Mal hat die Landeskirche Hannovers am Sonntag (27. März 2022) in Hildesheim besonders gelungene Andachten ausgezeichnet. Erstmals ging es nicht nur um „face to face“-Andachten in Jugendgruppen oder auf Freizeiten, sondern auch um Videos, die in sozialen Medien wie Instagram geteilt werden können. Das Thema, ein Bibelvers, war zuvor ebenfalls über eine Abstimmung bei Instagram ermittelt worden: „Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt.“ (Markus 9,23).

Den mit 500 Euro dotierten 1. Preis in der Kategorie „face to face“ belegte Sebastian Lippe (16) aus Hannover. Den 2. Preis und 250 Euro erhielten Isa-Leandra Helms (18) aus Wehrstedt und Marius Müller (18) aus Breinum (Kreis Hildesheim). In der Kategorie „instAndacht“ wurden der 1. Preis und die 500 Euro zweimal vergeben: an Valerie Wittke (17) und an Karlotta Hamburg (16) aus Engelbostel bei Langenhagen. Zusätzlich erhält Sebastian Lippe 3.000 Euro für ein Projekt seiner Jugendgruppe, Valerie Wittke und Karlotta Hamburg erhalten für ihre Gruppen jeweils 1.500 Euro.

Rund 90 Gäste konnten die Preisverleihung in der Hildesheimer Michaeliskirche mitverfolgen, parallel wurde der Festakt per Live-Stream auf dem YouTube-Kanal der Landeskirche übertragen. Das musikalische Programm gestaltete der Sänger und Songwriter Till Seifert aus Hannover. Insgesamt wurden 84 Andachten eingereicht, „das ist weit mehr, als wir erwartet haben“, sagte Pastor Michael Grimmsmann, der die theologische Nachwuchsförderung der Landeskirche Hannovers und auch den Jugendandachtspreis verantwortet. Landesbischof Ralf Meister lobte die inhaltliche und technische Qualität der eingereichten Arbeiten: „Während wir Älteren uns oft erstmal mühsam rantasten mussten, wie Gottesdienste und Andachten digital in Zeiten der Pandemie möglich sind, habt Ihr direkt losgelegt.“

Für Valerie Wittke klang der Wettbewerbs-Bibelvers zunächst „genauso kitschig wie 1.000 andere kitschige Sprüche auf Instagram“. Und der Glaube hilft leider nicht in jeder Lebenslage: Sie hat die Hauptrolle in dem Theaterstück und das Date mit Lukas aus der Parallelklasse nicht bekommen – obwohl sie ganz fest daran geglaubt hat. „Manchmal war es sogar eine vollkommene Katastrophe“, erzählt die 17-Jährige in ihrem zweieinhalbminütigen Film. „Doch was wichtig ist, ist das Gefühl von Hoffnung, die uns immer wieder aufstehen lässt“, fährt sie fort. Die Jury war angetan davon, in welch persönlicher und theologischer Weise Valerie Wittke über die Hoffnung spricht.

Auch die Laudatorin Katharina Schreiber-Hagen, Chefredakteurin des Evangelischen Kirchenfunks, zeigte sich begeistert: „Damit Social Media nicht krank und unglücklich macht, braucht es weniger Influencer und mehr Sinnfluencer – wie Valerie Wittke.“ Sie lud die 17-Jährige ein, für den neuen Kanal „Basis:Kirche“ auf YouTube ein Gebet oder eine Predigt umzusetzen. Als die Gewinnerin vom Jugendandachtspreis gehört hatte, „war eine Sekunde später schon die Entscheidung gefallen“, sich mit einem Beitrag zu bewerben, sagt Valerie Wittke. „Ich bin immer motiviert, etwas auszuprobieren und mich neuen Herausforderungen zu stellen.“

Neben den vier Hauptpreisen wurden für einzelne Kriterien Sonderpreise (hochwertige Noise-Cancelling-Kopfhörer) vergeben. Sie gingen an Kristin Schneider aus Hannover („Situationsbezogen“), Friederike Vielhauer aus Waake („Fürbitte“), Finja Tresepenberg aus Buchholz („Im Text reden“), Pascal Brockmann aus Eystrup („Narrative Form“), Johanna Premke aus Lüchow („Theologie und Alltag“), Sanna Lau aus Gifhorn („Frische Sprache“), Lorena Spitzner von der evangelischen Jugend Holzminden-Bodenwerder („Inszenierung“), den Leistungskurs Religion der KGS Pattensen („Methode“), Melina Beyer aus Geestland („Bibel“), das L3T'S PRAY Team St. Nicolai Diepholz („Anspielkomposition“), Anna-Maria Calarasu und Sarah Ehrlich aus Geeste („Eigener Song“), Alexandra Lena Schmidt aus Oldenburg („Symbolik“), David List aus Nordhorn („Drehbuch und Schnitt“) und Amelie Harder aus Achim („Visualisierung“).

Lothar Veit, EMA

Verleihung des Jugendandachtspreises in der Hildesheimer Michaeliskirche. Foto: Harald Koch
Verleihung des Jugendandachtspreises in der Hildesheimer Michaeliskirche. Foto: Harald Koch

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